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title: Schutz mit Lücken
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date: 2026-07-02
modified: 2026-10-13
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# Schutz mit Lücken

16.06.2026

  Schutz mit Lücken
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 ##### Pfändungsschutzkonten: Diakonie Fürth fordert bessere Umsetzung gesetzlicher Vorgaben

An der Supermarktkasse funktioniert plötzlich die Kartenzahlung nicht mehr, der Bankautomat verweigert die Ausgabe von Bargeld und das, obwohl eigentlich Guthaben auf dem Konto ist. Für viele verschuldete Menschen wird das Pfändungsschutzkonto (P-Konto), das genau solche Situationen eigentlich verhindern soll, auf diese Weise selbst zum Problem. Darauf weist die [**Schuldner- und Insolvenzberatung der Diakonie Fürth**](https://www.diakonie-fuerth.de/beraten/schuldner-und-insolvenzberatung/) anlässlich der Aktionswoche Schuldnerberatung vom 15. bis 19. Juni hin. Die Aktionswoche der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV) steht unter dem Motto "Wie komme ich an mein Geld? Wenn das P-Konto zum Problemkonto wird".

Die Frage "Wie komme ich an mein Geld?" hört das Team um Andreas Hausknecht in der Beratung regelmäßig. Der Leiter der Schuldner- und Insolvenzberatung der Diakonie Fürth gibt zu bedenken: "Wenn gesetzliche Schutzregelungen von Banken nicht korrekt umgesetzt werden, hat das unmittelbare Folgen: Mieten können nicht überwiesen werden und Menschen kommen zeitweise nicht an Geld für Lebensmittel oder Medikamente." Nach Angaben der AG SBV gibt es in Deutschland monatlich rund 300.000 bis 350.000 Kontopfändungen. Das P-Konto soll in solchen Fällen einen gesetzlich geschützten Freibetrag sichern und damit die Existenz der Betroffenen schützen. In der Praxis komme es jedoch immer wieder zu Problemen.

"Jede Person mit einem Girokonto hat das Recht, dieses in ein P-Konto umwandeln zu lassen", sagt Andreas Hausknecht. Dennoch erlebt er regelmäßig, dass Banken die Umwandlung verweigerten – etwa mit dem Hinweis auf einen überzogenen Dispokredit. Der Sozialpädagoge und Diplom-Kaufmann weiter: "Auch ein Konto im Minus muss auf Verlangen in ein P-Konto umgewandelt werden. Wenn Banken dies ablehnen oder mit Bedingungen versehen, widerspricht das geltendem Recht."

Die Beratenden im Haus der Diakonie erleben häufig, dass viele Betroffene zudem nicht wissen, dass sich durch die Einrichtung eines P-Kontos am bestehenden Vertragsverhältnis grundsätzlich nichts ändern darf. "Höhere Kontoführungsgebühren oder die Sperrung einer Girokarte werden von Betroffenen oft hingenommen, obwohl dies rechtlich vielfach nicht zulässig ist", so Andreas Hausknecht. Auch bei Gemeinschaftskonten gebe es häufig Unsicherheiten. Gerade wenn nur eine Person eines Ehepaars verschuldet sei, könne ein Pfändungsschutz wichtig sein, um das andere Einkommen zu sichern.

Des Weiteren haben Menschen mit Unterhaltspflichten oder in besonderen Lebenslagen häufig Anspruch auf höhere Freibeträge. "Wichtig ist auch, dass Menschen mit P-Konto von ihrem geschützten Existenzminimum grundsätzlich keine Schuldenraten mehr zahlen", unterstreicht Andreas Hausknecht. "Das Geld innerhalb des Freibetrags dient der Sicherung des Lebensunterhalts. Werden davon weiterhin Schulden beglichen, entstehen oft an anderer Stelle neue Rückstände – etwa bei Miete oder Energie."

Die Schuldner- und Insolvenzberatung der Diakonie Fürth unterstützt Betroffene bei Fragen rund um Kontopfändung und Pfändungsschutzkonto. Ratsuchende können die Beratung telefonisch während der Sprechzeiten oder mit spezifischen Fragen über die Online-Beratung kontaktieren. Weitere Infos: [www.diakonie-fuerth.de/beraten/schuldner-und-insolvenzberatung](http://www.diakonie-fuerth.de/beraten/schuldner-und-insolvenzberatung). Die Beratung ist stets kostenfrei, auch eine anonyme Anfrage ist möglich.

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