Diakonie Fürth - Aktuell

Diakonie Fürth startet neue Kulturtafel kulturplus

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ mögen sich die Gründer der ersten Kulturtafel im Jahr 2008 gedacht haben. Auch die Diakonie Fürth ermöglicht mit ihrer eigenen Kulturtafel kulturplus künftig finanziell benachteiligten Menschen aus Stadt und Landkreis Fürth die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Nach zehn Monaten intensiver Vorarbeit fiel mit einer Auftaktveranstaltung nun offiziell der Startschuss für das Projekt, bei dem kostenlose Eintrittskarten für Kultur-, Sport- und Freizeitveranstaltungen an Menschen mit geringem Einkommen vermittelt werden. Gäste der Auftaktveranstaltung waren unter anderem Elisabeth Reichert, Referentin für Soziales, Jugend und Kultur der Stadt Fürth, die kulturplus als Schirmherrin unterstützt und Eva Brütting, die Direktorin der Comödie Fürth.

„Der Mensch lebt nicht von Brot allein“: Das Team von kulturplus ermöglicht finanziell benachteiligten Menschen aus Stadt und Landkreis Fürth die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Ulla Dürr, Vorständin der Diakonie Fürth (re.) und Miriam Greiner (8. v. re.), die kulturplus koordiniert, können sich unter anderem über die Unterstützung von Schirmherrin Elisabeth Reichert (5. v. li.) und Eva Brütting (kniend), Direktorin der Comödie Fürth, freuen.

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ mögen sich die Gründer der ersten Kulturtafel im Jahr 2008 gedacht haben. Die Idee dahinter ist genauso einfach wie bestechend: Was die Tafeln für den Magen, sind die Kulturtafeln für Geist und Seele. Statt Lebensmittel zu verteilen, vermitteln diese kostenlose Eintrittskarten für Kultur-, Sport- und Freizeitveranstaltungen an Menschen mit geringem Einkommen.

Auch die Diakonie Fürth ermöglicht mit ihrer eigenen Kulturtafel kulturplus künftig finanziell benachteiligten Menschen aus Stadt und Landkreis Fürth die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Nach zehn Monaten intensiver Vorarbeit fiel mit einer Auftaktveranstaltung nun offiziell der Startschuss für das Projekt. „Unser besonderer Dank gilt den ehrenamtlichen Mitarbeitenden, ohne deren unermüdliches Engagement ein solches Vorhaben niemals hätte umgesetzt werden können“, betont Ulla Dürr, Vorständin der Diakonie Fürth.

Ein Ehrenamtlicher der ersten Stunde, der kulturplus seit Februar an vier Tagen pro Woche tatkräftig unterstützt, ist Thomas Henrich. Für den 69-jährigen Rentner, der sich bereits in zahlreichen Projekten im sozialen Bereich eingebracht hat, war sofort klar, sich für kulturplus ehrenamtlich engagieren zu wollen. „Ich finde es großartig, dass die Diakonie Fürth auf diese Weise Menschen, die normalerweise kein Geld für eine Theaterkarte oder einen Besuch im Fußballstadion hätten, die Möglichkeit gibt, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen“, sagt er. „Denn dies alles sind Orte und Anlässe, die nicht nur Freude bereiten. Dort treffen sich Menschen. Nicht teilnehmen zu können, grenzt aus.“

Nicht zweimal bitten ließ sich auch Elisabeth Reichert. „Als man auf mich mit der Frage zugekommen ist, das Projekt als Schirmherrin zu unterstützen, habe ich sofort zugesagt“, so die Referentin für Soziales, Jugend und Kultur der Stadt Fürth. „Mit kulturplus trägt die Diakonie Fürth wesentlich zum sozialen Zusammenhalt in unserer Stadt bei.“ In Zeiten, in denen die gesellschaftliche Spaltung immer größer werde, sei die kulturelle Teilhabe aller Menschen ein wichtiger Baustein, um populistischen Strömungen entgegenzuwirken.

Wertschätzung statt Ausgrenzung

Für Miriam Greiner und ihr Ehrenamtlichen-Team geht die Arbeit jetzt erst richtig los. „Damit Kulturveranstaltungen und Gäste zusammenfinden, vermitteln unsere Mitarbeitenden, unterstützt von einem Computersystem, passgenau. Wer sich für das Theater interessiert, bekommt entsprechende Karten angeboten, wer lieber eine Stadtführung machen möchte, wird angerufen, wenn dafür Teilnahmeplätze zur Verfügung stehen“, sagt die 32-jährige Sozialpädagogin der Diakonie Fürth, die kulturplus koordiniert.

„Wollen Sie ins Stadion? Ich hätte da zwei Karten für Sie.“ Wolfgang Gastner hat einen solchen Anruf bereits erhalten. „Die Freude war auch deshalb besonders groß, weil kulturplus immer zwei Karten anbietet und man so einen Begleiter mitnehmen kann“, sagt er. Für ihn ein besonderes Zeichen der Wertschätzung, auch weil die Regeln so ausgelegt sind, dass das Selbstwertgefühl nicht verletzt wird. Niemand muss im Konzertsaal oder an der Stadionkasse seine Bedürftigkeit nachweisen und den Hartz-IV-Bescheid zücken. Die Eintrittskarten sind immer auf den Namen hinterlegt.

Neben der Spielvereinigung Greuther Fürth, die für jedes Heimspiel Tickets zur Verfügung stellt, gehört unter anderem auch die Comödie Fürth zu den Partnern, die kulturplus mit Eintrittskarten unterstützen. „Uns hat überzeugt, dass die Menschen nach ihren Interessen gefragt und nicht wie bloße Bittsteller behandelt werden“, betont Eva Brütting, die Direktorin der Comödie Fürth. „Wenn wir durch unsere Unterstützung einen kleinen Beitrag dafür leisten können, dass Menschen bei uns einen guten Abend verbringen und dabei wenigstens für einige Stunden ihre Sorgen und Nöte vergessen, sind wir sehr froh.“ Und noch einer wird sich freuen: Bei der Entscheidung „satt werden“ oder „Shakespeare genießen“, wird der englische Dichter meist verlieren. Dank kulturplus ist nun beides möglich, auch für Menschen mit knappem Budget.


kulturplus im Ehrenamt unterstützen

Die Diakonie Fürth sucht für kulturplus noch engagierte Menschen, die bei der Kartenvermittlung helfen. Weitere Informationen: Miriam Greiner, 0911 74933-22 oder kulturplus@diakonie-fuerth.de. Näheres zum Projekt: www.kulturplusfuerth.de.