Diakonie Fürth - Aktuell

Kooperationsvereinbarung unterzeichnet: Insolvenz- und Schuldnerberatung Hand in Hand

Insolvenz- und Schuldnerberatung Hand in Hand: Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung haben Landrat Matthias Dießl, Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung und die Diakonie-Vorständinnen Brigitte Beißer und Ulla Dürr im Fürther Rathaus unterzeichnet.

Insolvenz- und Schuldnerberatung Hand in Hand: Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung wurde gemeinsam von Landrat Matthias Dießl (2. v. li.), Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung (re.) und den Diakonie-Vorständinnen Brigitte Beißer (li.) und Ulla Dürr (2. v. re.) im Fürther Rathaus unterzeichnet.

Wohlfahrtsverbände, wie das Diakonische Werk Fürth, die sich um Menschen mit finanziellen Problemen kümmern, forderten es bereits seit längerem: die Zusammenlegung der Schuldner- mit der Insolvenzberatung. 2018 stellte die Bayerische Staatsregierung die Weichen dafür. Für die Verbraucher im Freistaat trat die wichtige Neuerung zum 1. Januar 2019 in Kraft. Hilfe aus einer Hand für Menschen, die sich in einer finanziellen Notlage befinden, das ist für die Schuldner- und Insolvenzberatung der Diakonie Fürth ohnehin bereits seit langem eine Selbstverständlichkeit.

Bezüglich der Finanzierung sah das allerdings bisher anders aus: Bis zur Gesetzesänderung waren die Zuständigkeiten für die Sicherstellung und Finanzierung der Beratungsangebote noch getrennt: Für die Schuldnerberatung waren die Landkreise und kreisfreien Gemeinden zuständig, die diese Aufgabe, wie in Fürth, zum großen Teil den Wohlfahrtsverbänden übertragen haben.

Die finanzielle Sicherstellung der Insolvenzberatung dagegen oblag dem Freistaat Bayern. Die Finanzierung erfolgte bisher im Rahmen von Fallpauschalen. Mit der Gesetzesänderung wurde auch die Zuständigkeit für die Insolvenzberatung an die Landkreise und kreisfreien Gemeinden abgegeben. Diese wiederum können, wie bei der Schuldnerberatung, die Aufgabe an staatlich anerkannte wohlfahrtsverbandlich getragene Stellen vergeben.

Für die Anerkennung als eine für die Insolvenzberatung zugelassene Stelle sind weiterhin die Regierungen der Bezirke zuständig. Gefördert werden nur Beratungsstellen, wie die der Diakonie Fürth, die für die Ratsuchenden kostenlos sind und hohe Qualitätsstandards in der Beratung gewährleisten. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung wurde gemeinsam von Landrat Matthias Dießl, Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung und den Diakonie-Vorständinnen Brigitte Beißer und Ulla Dürr im Fürther Rathaus unterzeichnet.

Diakonisches Werk als bewährter und verlässlicher Partner

„Wenn Menschen in finanzielle Not geraten, sind sie oftmals mit dieser Situation überfordert. Umso wichtiger ist es, wenn man weiß, wo man Hilfestellung und Unterstützung bekommt. Die Diakonie Fürth ist dabei ein wichtiger und verlässlicher Ansprechpartner", so Landrat Matthias Dießl. Oberbürgermeister Thomas Jung lobte das Diakonische Werk als „bewährten und zuverlässigen Anbieter der Schuldner- und Insolvenzberatung". Er betonte: „Sie arbeiten unauffällig im Verborgenen, leisten sehr wichtige Arbeit und tragen dabei eine hohe Verantwortung, denn Sie helfen Menschen mit Geldproblemen, sich zu stabilisieren und Lebensqualität zurückzubekommen."

„Die Nachfrage bei uns in der Beratung ist seit Jahren stabil auf einem sehr hohen Niveau", betont Ulla Dürr. Es geht immerhin um fast sieben Millionen Menschen in Deutschland, die überschuldet sind oder nachhaltige Zahlungsprobleme haben. „Dieser Personenkreis profitiert nicht von der wachsenden Wirtschaft, den sinkenden Arbeitslosenzahlen und der steigenden Kaufkraft", so Ulla Dürr weiter. Sie hätten neben finanziellen Schwierigkeiten oft auch soziale Probleme.

Hier setzt die Schuldner- und Insolvenzberatung der Diakonie Fürth an. Sie hilft ver- und überschuldeten Menschen dabei, ihre sozialen und finanziellen Probleme in den Griff zu bekommen, damit sie wieder Perspektiven sehen. „Die Zusammenlegung von Schuldner- und Insolvenzberatung ist aus fachlicher und finanzieller Sicht sinnvoll", betont Ulla Dürr. „Wir verfolgen das Ziel, den Ratsuchenden nachhaltig zu helfen. Eine rein formale Schuldenregulierung durch ein Insolvenzverfahren führt unserer Einschätzung nach meist nicht zu einer dauerhaften Problemlösung."

Denn die Ursachen, die in die Überschuldung führen können, sind vielfältig. Sie reichen von Arbeitslosigkeit über Scheidung und Trennung bis zu einer gescheiterten Selbständigkeit. Das Haus der Diakonie in der Königswarterstraße 58 bietet dafür beste Voraussetzungen: Unter einem Dach und optimal vernetzt findet hier jeder Unterstützung. Die Schuldner- und Insolvenzberatung der Diakonie Fürth ist kostenlos und die Mitarbeitenden unterliegen der Schweigepflicht. Die Beratungsstelle steht allen Bürgerinnen und Bürgern aus Stadt und Landkreis Fürth offen, unabhängig von Alter, Religion und Nationalität.

Nähere Informationen und Ansprechpartner finden Sie unter:

https://www.diakonie-fuerth.de/beraten/schulden-insolvenz/