Diakonie Fürth - Aktuell

„Nicht das Heil in der Politik suchen“ - Diakonie Fürth lud zu Gottesdienst

Einmal mehr befasste sich der diesjährige Diakoniegottesdienst Ende Oktober, in dessen Rahmen die neue Diakonie-Vorständin Brigitte Beißer in ihr Amt eingeführt wurde, mit einer drängenden gesellschaftlichen Frage. In ihrer Kanzelrede sprach Annekathrin Preidel, Präsidentin der Landessynode der Evangelisch Lutherischen Kirche in Bayern, über den Beitrag der Kirche zur politischen Kultur im demokratischen Gemeinwesen.

In ihrer Kanzelrede erinnerte die Präsidentin der bayerischen Landessynode, Annekathrin Preidel, die Politik an ihre Aufgabe als „Dienerin“.

Menschen in Notlagen Hilfe und Unterstützung bieten, Pflegebedürftige und Senioren umfassend versorgen - stets orientiert an den jeweils aktuellen gesellschaftlichen Erfordernissen. Dafür steht das soziale Engagement des Diakonischen Werks Fürth. Vor diesem Hintergrund befasste sich auch der diesjährige Diakoniegottesdienst Ende Oktober, in dessen Rahmen die neue Diakonie-Vorständin Brigitte Beißer in ihr Amt eingeführt wurde, einmal mehr mit einer drängenden gesellschaftlichen Frage.

In ihrer Kanzelrede sprach Annekathrin Preidel, Präsidentin der Landessynode der Evangelisch Lutherischen Kirche in Bayern, über den Beitrag der Kirche zur politischen Kultur im demokratischen Gemeinwesen. In der Altstadtkirche St. Michael erinnerte die Diplom-Biologin die Politik an ihre Aufgabe als „Dienerin". Sie müsse Rahmenbedingungen schaffen, in denen „Menschen sich frei entfalten und auch ihre religiösen Überzeugungen pflegen können", ohne anderen Menschen Gewalt anzutun.

Doch wenn Politik mehr sein wolle „als eine Dienerin, wird es problematisch und gefährlich", wie das Beispiel des Nationalsozialismus oder des politischen Islams zeige, warnte Annekathrin Preidel. Wenn die Politik den Anspruch erhebe, „dass die Welt nur auf politischem Weg erlöst werden kann, haben wir Christen energisch den Kopf zu schütteln". Natürlich ermutige der christliche Glaube zur Bewahrung der Schöpfung und zum Einsatz gegen das Sterben der Flüchtlinge im Mittelmeer. Doch der christliche Glaube erschöpfe sich nicht „in politisch-diakonischem Engagement".

Die christliche Botschaft sei, „dass nichts und niemand verloren ist und dass alles gut wird, auch wenn auf Erden nicht alles gut wird und nicht alles gut werden kann, weil wir Menschen und nicht der liebe Gott sind", so Annekathrin Preidel. Weil auch Politiker nur Menschen seien, sollten Christen Politikerinnen und Politikern nicht zu viel zutrauen, aber auch nicht zu wenig zumuten. Es gelte, das Wohl, aber „nicht das Heil" in der Politik zu suchen".

Brigitte Beißer als Vorständin eingeführt

Zu Beginn des Gottesdienstes dankte Pfarrer Jörn Künne, Vorsitzender des Verwaltungsrats des Diakonischen Werks Fürth, den Diakonie-Mitarbeitenden für deren Engagement: „Wir freuen uns über Menschen, denen dauerhaft geholfen werden konnte und über Menschen, die die Hilfe für andere zu ihrer Lebensaufgabe gemacht haben." Gleichzeitig bat er um Gottes Segen, damit dies auch in Zukunft gelingt.

Er hob die Hilflosigkeit über Bedingungen, die manche Menschen in immer größere Not brächten, über Ungerechtigkeit und Situationen, „die uns zornig machen, oder auch wütend" hervor. Jörn Künne weiter: „Wir wissen um die vielen Sorgen und Herausforderungen dieser Zeit, wir wissen um die Not in unserer Stadt und in unserem Landkreis und wir fragen, schaffen wir das zu helfen."

Der neuen Diakonie-Vorständin Brigitte Beißer wünschten er und Dekan Jörg Sichelstiel, stellvertretender Vorsitzende des Diakonie-Verwaltungsrats, Kraft und Ausdauer für die vielfältigen und fordernden Aufgaben sowie das nötige Geschick, die Mitarbeitenden stets zu motivieren. Ihr künftiges Wirken als die für den Bereich Finanzen und Verwaltung zuständige Diakonie-Vorständin, stellten sie unter den Segen Gottes. Gleichzeitig hoben sie die Besonderheit der diakonischen Dienstgemeinschaft hervor.

Beim anschließenden Empfang in der „Grünen Scheune" von St. Michael nutzten die Gäste die Gelegenheit, selbst mit Brigitte Beißer ins Gespräch zu kommen und sich über die eindrücklichen Worte von Annekathrin Preidel auszutauschen. Die Gedanken darüber, was christliche Politik und evangelische Verantwortung im Raum des Politischen seien, hallten noch lange nach.