Diakonie Fürth - Aktuell

Platz nehmen und Demokratie feiern

Um ein ausdrucksstarkes und sichtbares Zeichen für ein friedliches Miteinander in unserem Land und in unserer Nachbarschaft zu setzen, hat das Stadtteilprojekt „GeH Hin“ auch in diesem Jahr wieder verschiedene Kulturen auf der Hardhöhe an einem Tisch zusammengebracht. Anlass dafür war eine Aktion der Initiative „Die offene Gesellschaft“, die gemeinsam mit der Diakonie Deutschland unter dem Motto „Tafeln für Demokratie“ ein Zeichen für Offenheit Toleranz gesetzt hat.

Auf der Fürther Hardhöhe nahmen Jung und Alt, Stadtteilbewohner und Menschen, die nach Deutschland geflüchtet sind, gemeinsam an einer langen Tafel Platz, um ein echtes „Stadtteil-Gemeinschaftsgefühl“ entstehen zu lassen. (c) Ute Baumann

Weltweit und in Europa, genauso wie in Deutschland ist seit einiger Zeit zu spüren, dass Fremdenfeindlichkeit, Rechtspopulismus und extreme Positionen zunehmen. Wahlergebnisse, beängstigende Berichte in den Medien und Demonstrationen direkt vor der eigenen Haustüre machen dies Tag für Tag deutlich. Aber auch in Gesprächen mit Kollegen, Nachbarn und Freunden fallen immer wieder Äußerungen, die betroffen machen. Was dabei häufig in Vergessenheit gerät: Der Großteil unserer Gesellschaft ist für ein friedliches und tolerantes Miteinander in unserem Land und in unserer Nachbarschaft.

Um dafür ein ausdrucksstarkes und sichtbares Zeichen zu setzen, hat das Stadtteilprojekt „GeH Hin“ auch in diesem Jahr wieder verschiedene Kulturen an einem Tisch zusammengebracht. Im Zentrum der Hardhöhe, wo in der Vergangenheit mehrfach Demonstrationen der rechtsgerichteten Pegida-Bewegung und der Neonazi-Partei „Der dritte Weg“ stattgefunden haben, luden die Diakonie Fürth und die Evangelische Kirchengemeinde Heilig-Geist am 16. Juni dazu ein, an einer reichlich und vielfältig gedeckten Tafel Platz zu nehmen, gemeinsam zu essen, zu teilen, neue Leute kennenzulernen und offene Gespräche zu führen. Kurzum: mit Jung und Alt, Stadtteilbewohnern und Menschen, die nach Deutschland geflüchtet sind, ein echtes „Stadtteil-Gemeinschaftsgefühl“ entstehen zu lassen.

Kontakte knüpfen, Vorurteile abbauen

„Mit solchen Aktivitäten wollen wir einen Beitrag leisten für den sozialen Frieden in einer Gesellschaft, die immer weiter auseinanderdriftet“, betont die für die Sozialen Dienste zuständige Diakonie-Vorständin Ulla Dürr. Anlass dafür war eine Aktion der Initiative „Die offene Gesellschaft“, die gemeinsam mit der Diakonie Deutschland unter dem Motto „Tafeln für Demokratie“ ein Zeichen für Offenheit und ein friedliches Miteinander gesetzt hat. Überall im Land trafen sich dafür Menschen, um gemeinsam zu essen. Auf der Hardhöhe brachten die rund 70 Gäste eigene Leckereien mit und so machten irakische Reispfanne, italienische Pasta und fränkischer Kartoffelsalat die Runde.

Am Ende war es ein bunter Abend, der deutlich machte, welch Freude es machen kann, ganz neue, verschiedene Menschen kennenzulernen. Und er zeigte, es gibt sie, die offene Gesellschaft. Diese kulinarische Reise war für Miriam Greiner, die die Tafel seitens der Diakonie Fürth organisiert hat, einmal mehr ein Beispiel für die Idee des Stadtteilprojektes: „Wir wollen den geflüchteten Menschen die Anfangszeit auf der Hardhöhe erleichtern und ihnen helfen, Kontakte zu knüpfen und die Angebote des Stadtteils kennenzulernen. Gleichzeitig lassen sich durch solche Begegnungen Berührungsängste, Vorbehalte und Vorurteile abbauen. So erkennen auch Menschen mit extremen Meinungen, was unserer Welt tatsächlich gut tut.“

Auch Fürths Bürgermeister Markus Braun, zugleich Referent für Schule, Bildung und Sport, wollte mit seiner Teilnahme ein klares Zeichen für eine offene und friedliche Gesellschaft vor Ort setzen: „Ich meine, wir sollten in unserer Gesellschaft viel öfter das gemeinsame Miteinander in Vielfalt in den Mittelpunkt stellen und nicht das Trennende – genau das ist an diesem Abend unter ‚Nachbarn’ sehr deutlich zum Ausdruck gekommen.“