13.02.2026

Liebe braucht Worte, keine Rosen

Paarberatung der Diakonie Fürth setzt Zeichen zum Valentinstag

Keine Rosen, keine Pralinen – sondern Worte. Die Passant:innen staunten nicht schlecht, als sie einen Tag vor dem Valentinstag im Forum Stein etwas Unerwartetes mit auf den Weg bekommen haben: eine Einladung zum Innehalten in Form einer Postkarte. Unter dem Motto "Worte statt Blumen" machte die Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstelle der Diakonie für den Landkreis Fürth darauf aufmerksam, wie Paare für sich sorgen können.

Die beiden Fachberaterinnen Katja Schiffer und Elfriede Lutz verteilten anlässlich des Valentinstags Impulskarten für Paare: kleine Anstöße, um sich an gemeinsame Momente zu erinnern, eine Eigenschaft auszusprechen, die man am anderen schätzt, für etwas Gemeinsames "Danke" zu sagen oder etwas Persönliches mitzuteilen, das berührt. Ergänzt wurde die Aktion durch eine zweite Postkarte zum Mitnehmen – mit der Einladung, für die Partnerin oder den Partner eine eigene Nachricht zu schreiben: "Was ich Dir schon immer sagen wollte …".

Die Aktion knüpft an die tägliche Arbeit der Beratungsstelle an, die auch als Paarberatung tätig ist. Dort erleben die Mitarbeitenden: Beziehungen wachsen nicht durch einen Blumenstrauß, sondern durch Aufmerksamkeit, Ehrlichkeit und Zeit füreinander. Worte können Nähe schaffen, mehr als jedes Geschenk. "Eine Paarbeziehung schenkt uns Sicherheit. Sie ist ein Ort der Verlässlichkeit, des Ankommens, des Getragen-Seins im Alltag. Doch wo Vertrautheit wächst, schleicht sich manchmal auch Selbstverständlichkeit ein", sagt Corinna Lippert, Diplom-Sozialpädagogin und Leiterin der Erziehungsberatungsstelle.

Gerade der Valentinstag biete eine gute Gelegenheit, innezuhalten und die Beziehung bewusst in den Fokus zu rücken. "Partnerschaft bleibt jedoch nur dann lebendig, wenn wir aufmerksam bleiben – füreinander und für das, was zwischen uns entsteht", so Corinna Lippert. Liebe sei kein Zustand, den man einmal erreiche und dann besitze. Sie sei ein Prozess. Ein gemeinsamer Weg, der Pflege brauche. Corinna Lippert weiter: "Der 14. Februar kann ein Check-in sein: Wie geht es uns gerade? Was brauchen wir, um uns wieder nah zu fühlen?"

Dabei müsse es weder perfekt noch teuer sein. Im Gegenteil: Es seien oft die unscheinbaren Momente, die Nähe schaffen: ein ehrliches "Wie geht es dir heute?", ein Gespräch mit vollem Fokus auf das Gegenüber. "Lebendige Partnerschaft bedeutet nicht, dass es keine Konflikte gibt. Sie bedeutet, dass man bereit ist, sich immer wieder zuzuwenden und dass man nicht davon ausgeht, der andere müsse doch wissen, was man fühlt", so Corinna Lippert. Die Diakonie-Mitarbeiterin weiter: "Lebendige Partnerschaft bedeutet vielmehr, dass man es ausspricht."

Die verteilten Karten greifen genau diese Idee auf: Erinnerung statt Routine, persönliche Worte statt Standardgeschenke. Verbunden mit der Aktion ist ein weiterführendes Angebot: Wer merkt, dass Gespräche schwerfallen oder neue Impulse guttun würden, findet Unterstützung in der Paarberatung der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstelle der Diakonie für den Landkreis Fürth. Deren Angebot richtet sich an Eltern aus dem Landkreis mit Kindern unter 21 Jahren. Denn Beziehungen leben nicht von perfekten Gesten. Liebe wächst dort, wo Menschen sich zeigen – mit ihren Stärken, Zweifeln, Sehnsüchten und Grenzen. Oder, wie es die Botschaft der Postkarten auf den Punkt bringt: Miteinander reden verändert. Miteinander reden verbindet.

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